Über 40 Jahre Kieler Schützengilde in der Wik
In einer bekannten und nicht nur in der Wik bekannten urigen
Gaststätte hat die Kieler Bürger-Schützengilde
seit 1959 ihr Domizil aufgeschlagen. Die Schützengilde
wurde 1858 gegründet und entstammt der Gesellschaft Bürgerharmonie
von 1832, die seinerzeit lediglich einmal jährlich zur
Ermittlung ihres Königs ein Vogelschießen veranstaltete.
Um ein sportliches Schießen durchführen zu können,
gründeten einige beherzte Männer die Kieler Bürger-Gilde
die später in Kieler-Bürger-Schützengilde umbenannt
wurde. Aus der Gründungszeit sind noch die Gildelade,
einige Protokollbücher sowie das Kassenbuch erhalten.
Die Königskette ging leider im vergangenen Krieg verloren,
sie konnte jedoch dank großzügiger Spenden der
Mitglieder Ludwig Radomski (Schrottkönig von Kiel) und
Heinrich Dohrn (Gaststättenbetrieb) größtenteils
rekonstruiert werden. Das Vogelschießen fand am Stadtrand
von Kiel statt und 1924 gründete sich innerhalb der Gilde
eine Gruppe, die sportlich mit dem Kleinkaliber-Gewehr schoss.
Dieses Schießen fand in Kopperpahl auf dem heutigen
Gelände der Brunswiker Schützengilde statt. Ein
Vereinslokal im eigentlichen Sinne gab es nicht. Man traf
sich zu den Sitzungen in Lokalen die den mitgliedern gehörten
das galt auch überwiegend für die Veranstaltungen,
diese Gaststätten existieren heute nicht mehr oder wurden
umbenannt wie zum Beispiel "Schloßhof", heute
Metro-Kino.
Eine neue Ära begann nach dem zweiten Weltkrieg. Das
sportliche Schießen konnte erst 1949 wieder aufgenommen
werden und zwar nach einigen Wirren in der "Seeburg".
Hier durfte lediglich mit Luftdruckwaffen geschossen werden,
das Trainingsschießen fand alle 14 Tage getrennt für
Damen und Herren statt. Der Wechsel des Pächters und
die Umgestaltung der "Seeburg" bedeutete eine Neuorientierung
für die Gilde und der seinerzeitige Inhaber der "Wiker
Post", Walter Kelm sen., bot der Gilde seine Gaststätte
als Vereinslokal an.
So kam die Kieler Bürger-Schützengilde von 1858
im Jahr 1959 in die Wik. Sie fand hier ideale Bedingungen
für das Schießtraining und gesellige Veranstaltungen
vor und die Mitglieder fühlten sich sofort wohl. Zwischenzeitlich
kann im Saal auf sechs mobilen Ständen mit Luftdruckwaffen
geschossen werden. Die Mitglieder treffen sich jeden Dienstag
nicht nur zum Schießtraining sondern auch um sich über
"Gott und die Welt" zu unterhalten.
Was geschieht eigentlich in einer Schützengilde? Wie
der Name schon sagt wird selbstverständlich sportlich
geschossen und einmal im Jahr ein Vogelschießen zur
Ermittlung eines Königspaares veranstaltet. Das Vogelschießen
erfolgt getrennt nach Jungen ab 6 Jahren, Jugendlichen ab
12 Jahren, Damen ab 18 Jahren und Herren ebenfalls ab 18 Jahren.
In früheren Jahren wurde mit einer großen Armbrust
auf den Vogel geschossen, heutzutage findet das mit dem Kleinkaliber-Gewehr
statt. Für die Kinder wird in der Karnevalszeit ein Kostümfest
angeboten und ein Tag gehört ihnen beim Schützenfest,
das am 1.Sonntag im August stattfindet.
Den mitgliedern werden außerdem viele Veranstaltungen
geboten wie zum Beispiel Ostereierschießen, Preisskat,
Himmelfahrtstour, Damenausflug, Königsball, Weihnachtsfest
und.. und
und.
Wie wird man Mitglied in einer Schützengilde? Indem man
einfach einmal unverbindlich teilnimmt an einem Vereinsabend
am Dienstag ab 19.30Uhr in der bekannten urigen
Gaststätte in der Wik, Holtenauer Straße.
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