Gaardener Verein v. 1870 e. V.

Um die Jahreswende 1869/70 trafen sich die Bürger der Dorf- gemeinde Gaarden in der Gaststätte "Orpheum", später Kaiser- saal , und berieten eine Vergnügungsgesellschaft zu gründen. Seit 1844 bestand in Süd-Gaaarden die Gesellschaft "Verei-nigung von 1844".
Die Gründungsversammlung fand am 27. April 1870 unter ihrem Vorsitzenden, dem Lehrer an der Gaardener Mädchen-schule W. Kroll, statt. Vereinsziel war, das Band der Gemeinde durch Vergnügen und Feste mancherlei Art zu festigen. Nur angesehene Bürger Gaardens und der näheren Umgebung konnten, nach eingehender Prüfung des Vorstandes, Mitglied des Vereins werden.

Wohltätigkeitskonzerte für Hinterbliebenen des Krieges 1870 /71 zeugen von der sozialen Einstellung des Vereins. Schon ein Jahr nach der Vereinsgründung wurden Vogelschießen abgehalten. Das Aufstellen des Holzvogels ging feuchtfröhich vor sich. Nach Satzung gelangte eine halbe Tonne Bier und eine Flasche Cognac zum Ausschank. Geschossen wurde mit Gewehren, nicht unter dem Kaliber 14 mm. Die erste Königskette wurde 1871 gestiftet, ihr erster Träger war der Möbelhändler August Strunk.

In den Zeiten der Arbeitslosigkeit, die im Ortsteil Gaarden sehr hoch war, gab der Verein aus seinen Kassen Lebensmittelscheine an seine bedürftigen Mitglieder aus. Aus den Gründerjahren ist von einer Bibliothek zu berichten, die aber wegen "zu großer Abnutzung" 1924 aufgegeben wurde. Die Mitglieder vergnügten sich lieber mit Varietevorstellungen und Tanzkursen.
Aus dem Verein gingen eine Reihe neuer Vereinigungen hervor, wie zum Beispiel, 1872 die "Gaardener Liedertafel", 1875 der "Gaardener Männerturnbund" - heute "TuS Gaarden".
Die Schützen des Gaardener Vereins schlossen sich zum "Gaardener Schützenklub von 1924" zusammen, blieben aber geschlossen beim Mutterverein.
Zwei Weltkriege gingen am Verein und schon gar nicht am Stadtteil Gaarden spurlos vorbei. Aus dem beschaulichen Dorf war ein sich immer mehr ausdehnendes Arbeiterviertel geworden. Hiervon lebte auch der "Gaardener Verein von 1870". Die Mit-gliederzahl stieg ständig.
Der Wiederbeginn nach Kriegsende ist nur den nimmermüden Männern und Frauen zu verdanken, die sich noch an die Vereinszugehörigkeit in besseren Zeiten erinnerten. Das erste Vogelschießen nach dem Krieg wurde in Wellsee durchgeführt. Sorgfältig versteckte oder vergrabene Gewehre kamen wieder zum Vorschein und alles nahm einen neuen Anfang. Da der Verein nie eigenen Grund und Boden besaß, war er Gast bei anderen Schützenvereinen. So im "Reichshof" in Ellerbek, bei "Hubertus" in Wellsee oder bei der "Alten Gaardener Gilde".
Dank der Unterstützung der damaligen Stadtpräsidentin Ida Hinz wurde dann endlich die Heimat im "Volkspark Gaarden" gefunden. In Zusammenarbeit mit dem Jugendtheater feiert der Verein dort seine alljährlichen Sommerfesttage.
Dass sich der "Gaardener Verein v. 1870" dem Deutschen Schüzenbund anschloß, war selbstverständlich und machte den Verein im Kreis der Schützengilden auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Neben den vereisinternen Veranstaltungen sind die großen Feiern - wie die 100-Jahr-Feier mit dem Besuch des damaligen Ministerpräsidenten H. Lembke und die großen Feste
zum 111. und 125. Bestehen - Beweis für die große Beliebtheit des Gaardener Verein v. 1870 e. V.
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Kontakt:
Vereinslokal:
1.Vorsitzender Holsten-Eck
Stoschstraße 4 Kaiserstraße 57
24143 Kiel…………………… 24143 Kiel
Tel: 0431 75408 Tel: 0431 74289
e-mail: w.b@kielnet.net

Sportschießen:
Als Gäste des Schützenvereins Hubertus Kiel

Vereinseigene Veranstaltungen:
Sommerfesttage, Pokalwoche, Königsball, Weihnachtsfeier, Familientag an Himmelfahrt, Fahrt ins Blaue, Skat und Knobeln, Pokalschießen, Vereinsmeister.